Der Wagramer Nuss-Genuss
Die Wagramer Nuss zählt zu jenen 28 niederösterreichischen Spezialitäten, die vom Lebensministerium und der AMA zur Genuss Region gekürt worden sind. Dass man in Weinbaugebieten oft Walnussbäume antrifft, ist kein Zufall: Die Walnuss ist gegen Winterkälte und Spätfröste sehr empfindlich, deshalb findet man sie häufig in wintermilden, nicht zu niederschlagsarmen Lagen wie in den Weinbaugebieten.
Die Nuss war und ist selbstverständlicher Begleiter des Winzers und des Weins bei uns am Wagram und diese Tradition soll neu belebt werden. Einen Klassiker, das Wagramer Nussbrot, gibt es bei jeder Weinverkostung, beim Heurigen bis zum Brotbuffet in der gehobenen Gastronomie.

Spannende Geschichte und ein Baum mit vielen Namen
Die ursprüngliche Heimat des Walnussbaumes liegt in Mittelasien. Es wird angenommen, dass unsere Vorfahren für ihre Ernährung die hochwertige Frucht mit nach Westen brachten. So lernten die Griechen und auch die Römer den bereits kultivierten Baum kennen. Letztere weihten die wertvollen Nüsse den Göttern und nannten sie "Eicheln des Jupiter", in ihrer Sprache "Jovis glans". Daraus leitet sich die lateinische Bezeichnung des Walnussbaumes "Juglans regia" ab. Der Zunahme"regia" bedeutet königlich. Die Römer brachten die Walnuss über die Alpen. Weil von Süden, von der "Fremde" kommend, bekam sie im deutschsprachigen Raum den Namen "Welschnuss". Etwa 800 Jahre n. Chr. wurde die Baumnuss auf Empfehlung Karl des Grossen vermehrt in Mitteleuropa angepflanzt.

Vielfältiger, wertvoller Baum
Walnussbäume bilden eine weit ausladende, kugelförmige Krone und können je nach Standort eine Höhe von 20 – 30 m erreichen. Die Dank einer Pfahlwurzel tief im Boden verankerten Bäume werden rund 150 Jahre alt (Ausnahmen bis 400 Jahre). In geschlossenen Beständen entwickelt der Walnussbaum im unteren Bereich oft astfreie Stämme, die eine silbrige, fast weißlich graue Rinde aufweisen und mit zunehmendem Alter dunkler und schuppiger werden. Die 20 – 50 cm langen Blätter sind unpaarig gefiedert. Ihre länglich-eiförmigen Fiederblätter werden 6 – 15 cm lang. Beim Austreiben sind sie rötlichbraun gefärbt und wechseln mit zunehmendem Wachstum ins olivgrüne. Sie duften beim Zerreiben stark aromatisch. So spät wie Nussbäume austreiben (April/Mai), so früh verlieren sie auch ihre Blätter: bereits nach etwa fünf Monaten werfen die Bäume ihr Laub ab.
Die wohlschmeckenden und beliebten Fruchtkerne sind durch eine braune, rissige und harte Schale geschützt. Diese ist bis kurz vor der Reife im September von einer dickfleischigen, grünen Schale umgeben und gibt dann den Kern frei, welcher die rundliche 2,5 – 5 cm breite und 3 – 8 cm lange Nuss enthält. Ein stattlicher Nussbaum kann einen Ertrag von 100 – 150 kg Nüssen abwerfen. Der Ertrag ist neben dem Alter vom Standort und von der Sorte abhängig. Die Bäume fruchten nicht jedes Jahr gleich gut. Hierbei spielt das Wetter eine wichtige Rolle; so heißt es, gute Nussjahre seien auch gute Weinjahre.
Nussholz weist eine graubraune, oft wolkenartige Struktur auf und ist seit Jahrhunderten sehr begehrt. Es ist das Holz der Künstler und wird nach wie vor für Furniere, Möbel und Innenausstattungen, aber auch für Drechslerwaren, Musikinstrumente, Schachfiguren und Gewehr-Schäfte verwendet.

Eigene Nüsse essen
Freistehende Walnussbäume waren früher charakteristisch für klimatisch milde Gegenden wie dem Wagram - nicht nur als stattliche Schattenspender bei der Feldarbeit, sondern auch der nährstoff- und kalorienreichen und gut lagerfähigen Früchte wegen. Dem zunehmenden Maschineneinsatz standen die großen Bäume jedoch im Weg und so sind sie zu einem großen Teil aus unserer Landschaft verschwunden. Dem Schwindenden nur Beachtung schenken, nützt wenig. Wie wäre es, wenn Sie beim nächsten Nussknacken 2 – 3 Nüsse auf die Seite legen und bei Gelegenheit in die Erde eines Blumentopfes stecken und mit einer durchtränkten Moosschicht zudecken? Stellen Sie den Topf an einen kühlen, vor Frost und Mäusen geschützten Ort. Den nach einem Jahr sprießenden Sämling können Sie dann bei Gelegenheit in den Garten pflanzen. Wie schmecken wohl die Nüsse vom selbst gezogenen Baum? In 10 – 12 Jahren wissen Sie’s!

Nüsse für die Gesundheit
Deutlich sagt der Lateiner "Omnia in nuce" (alles steckt in der Nuss) – und recht hat er! Baumnüsse enthalten eine wahrhaft konzentrierte Ansammlung verschiedener Vitamine, chemischer Bestandteile (wie z. B. Aminosäuren), Kohlenhydraten, Mineralstoffen und reichlich Fett (50 – 70%). Aus 50 kg Walnüssen lassen sich etwa 9 – 10 Liter wertvolles Öl gewinnen.
Die Nuss war nicht nur als Nahrungsmittel begehrt, sondern hat auch seit der Jungsteinzeit eine vielseitige medizinische Verwendung. Die Nussblätter bewirken Linderung und Heilung von verschiedenen Beschwerden, sei es in der Frauenheilkunde, bei Herz- und Kreislauferkrankungen, hohem Cholesterinspiegel, Hautkrankheiten und zur Blutreinigung.

Nussbrot Rezept für den Brotbackautomat
Nüsse im Brot? Das ist gesund und schmeckt knusprig, knackig lecker. Dieses Nussbrot Rezept für den Brotbackautomat ergibt ein richtig leckeres Nussbrot. Frische Walnüsse bringen einen nussigen Geschmack ins Brot. Als Jausenbrot oder auch Frühstücksbrot macht dieses Nussbrot eine richtig gute Figur am Teller.
Zutaten: für ein 700g Nussbrot aus dem Brotbackautomat
270 ml Wasser
1 TL Honig
1 EL Öl
2 TL Salz (gehäuft)
200 g Vollkorn Weizenmehl
200 g Weizenmehl glatt
2 TL Brotgewürz
6 g Trockenhefe (Bio)
12 g Sauerteigextrakt (getrocknet, pulverförmig - gibt es im Naturkostladen)
50 g Walnüsse (ausgelöst)
Zubereitung:
1.) Als erstes lauwarmes Wasser in den Backbehälter einfüllen.
2.) Nun Honig, Salz und Öl dazugeben.
3.) Jetzt die Mehlsorten und Brotgewürz einfüllen.
4.) Zuletzt Hefe, Sauerteigextrakt und Walnüsse beigeben.
5.) Das Brot am besten mit dem Vollkorn-Programm backen.
6.) Die Krustenbräunung auf mittel programmieren.
7.) Nach dem Backen das Brot sofort entnehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Nusslikör
Zutaten:
10 Stück grüne Walnüsse ungeschält
1 L Cognac (oder Treber)
250 g Zucker
1 Anisstern
10 Nelken
1 Zimtstange
Zubereitung:
Ungeschälte Nüsse (wenn mögl. frisch vom Baum) werden geviertelt (dies möglichst mit Einweg-Handschuhen machen). Diese in Cognac aufgeweicht, dazu nimm 10 Walnüsse pro 1 L Cognac.
Der Gärprozess dauert 40 Tage und vollzieht sich am besten an einem warmen, sonnigen Ort (Fensterbank - Wärme begünstigt die Fermentation).
Nach 40 Tagen werden die Nüsse heraus genommen. Nun presst du ihnen ihren grünlichen bitteren Saft ab, dem du Aromastoffe zugibst: Anisstern, Nelken und Zimtstange.
Schließlich noch Zucker - etwa 240 g pro Liter. Mit dem Zucker keinesfalls übertreiben, eher weniger! Man lässt das Gebräu noch 20 Tage ziehen!
Nach insgesamt 2 Monaten filtert man den Nussschnaps und füllt ihn in Flaschen ab.
Tip:
Spätestens der 24. Juni der Stichtag zum letzten Ernten der grünen Walnüsse, denn man soll die Nüsse ernten bevor sich innen drin die harte Schale bildet! Je länger der Walnusslikör ungeöffnet steht umso besser wird er. Daher am Besten, stets zum Gebrauch für das nächste Jahr ansetzen.